Fortsetzung Teil III: Die Player

b) Die Teams

Die Profi-Teams, auch Clans genannt, sind häufig in mehreren Spieledisziplinen aktiv, in unterschiedlichen Städten weltweit stationiert und meist Teil einer eSports Organisation, die finanziell grundsätzlich unabhängig von den Turnierveranstaltern ist. So ist zum Beispiel SK Gaming, 1997 von vier Freunden gegründet, heute als GmbH & Co. KG organisiert und unterhält Teams in unterschiedlichen Spielekategorien wie CS:GO, FIFA, etc.

Zur Speerspitze des professionellen eSport gehören weitere internationale Top-eSport-Organisationen wie z. B. Fnatic, Team Liquid, G2 Esports, Team Vitality, Cloud9 und Astralis, die oftmals auch mehrere spielspezifische Teams für unterschiedliche Esport-Spiele haben und in Wettbewerben rund um den Globus und mit Preisgeldern im Millionenbereich gegeneinander antreten.  Daneben gibt es den Bereich des Amateur-eSport mit zum Teil auch kleineren Teams, die das Ziel verfolgen, in den Profibereich aufzusteigen und an hoch dotierten Veranstaltungen teilzunehmen. Daneben existieren Teams, die sich durch die ausschließliche Teilnahme an Hobby- und Gelegenheitsturnieren auszeichnen.

Im Profi-Bereich zählten Astralis, Fnatic und SK Telecom T1 2019 mit zu den erfolgreichsten eSport-Organisationen aller Zeiten, weil sie bereits mehrere große Titel gewinnen konnten. Eine Übersicht über die erfolgreichsten und wertvollsten eSport-Organisationen findet sich unter esport.com und wertvollsten eSport-Organisationen nach Forbes.

Wie eine Übersicht aus dem „The eSports Observer“ zeigt, hat OG - eine professionelle europäische Dota 2 eSport Organisation, die auch im Bereich Counter-Strike: Global Offensive antritt – 2019, gemessen an den gewonnenen Preisgeldern, am erfolgreichsten an Turnieren teilgenommen:

Teams Earnings

(“The Top 10 Teams of 2019 by Total Prize Winning”)

Die Teams finanzieren sich aber nicht nur über ausgeschüttete Preisgelder. Hinzukommen Investorengelder, die ebenfalls zum Teil in Millionenhöhe ausgeschüttet werden. So konnte FNATIC, einer der größten Clans, im April 2017 ca. 7 Millionen Euro an Investorengeldern zusammentragen (vgl. esport.inquirer.net/).

Preisgelder wie auch Investoren-/Sponsorengelder stellen also die wirtschaftliche Unabhängigkeit der eSport-Organisationen sicher und ermöglichen es den besten Spielern, sog. Pro-Gamern, eSport hauptberuflich mit hohen Jahreseinkommen auszuüben, die im internationalen Berich im höheren fünfstelligen Bereich liegen können (esport-gehälter.de). Darüber hinaus haben bekannte eSport-Organisationen, wie zum Beispiel FNATIC, neben der Vermarktung der eigenen Spieler mittlerweile ein eigenes Hardware-Business etabliert und damit zusätzliche Einnahmequellen geschaffen, indem sie beispielsweise eigene Keyboards und Mäuse verkaufen.

Anders verhält es sich, wenn multinationale Unternehmen mit Markenprodukten eigene Teams bilden, die direkt vom Unternehmen finanziert werden, wie zum Beispiel die Teams von von Red Bull, Coca-Cola oder Samsung. Daneben sind in Deutschland auch viele traditionelle Fußballclubs wie Schalke 04 (mit LOL und FIFA), VfL Wolfsburg, RB Leipzig, VfL Bochum, VfB Stuttgart und der 1. FC Nürnberg (alle mit FIFA) ins eSport Geschäft eingestiegen und bauen eigene Teams auf, die an Wettkämpfen teilnehmen.

Der nächste Beitrag widmet sich den Liga- und Turnierveranstaltern.